Schön, dass Sie sich dafür einsetzen wollen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und sich dafür interessieren, wie wir den wilden und den Honigbienen ihre Arbeit erleichtern können. Das wollen wir auch! Und es ist für jedermann ganz einfach. Das Motto lautet: Lasst uns Orte schaffen, an denen sich unsere Bestäuber wohlfühlen. Sie brauchen Wohnorte und Nahrungsquellen.

Nisthilfen für Wildbienen und andere Bestäuber

Grundprinzipien

  • Unterschiedliche Strukturen anbieten: Hohlräume, markhaltige Stängel, Totholz, offene Bodenstellen, Steinspalten, Pflanzenvielfalt.

  • Immer trocken, sonnig bis halbschattig, windgeschützt und fest montiert.

  • Keine „Deko-Hotels“ mit Kiefernzapfen, Watte, Stroh-Bündeln ohne Funktion; sie sehen hübsch aus, werden aber kaum genutzt oder schaden sogar.

Hohlraumnister (v. a. Wildbienen)

  • Bohrklötze: Hartholz (Laubholz, gut abgelagert, entrindet) nehmen und von der Seite (ins Längsholz) Löcher bohren, etwa 3–8 mm Durchmesser und 5–10 cm tief; Eingänge glatt schleifen, nicht durchbohren.

  • Röhrenbündel: Saubere, innen glatte Schilf- oder Bambusröhrchen, Pappröhrchen oder markhaltige Stängel (z. B. Holunder) bündig in eine Dose, Kiste oder Rahmen stecken, Öffnungen nach vorn, Risse und Splitter sorgfältig entfernen.

  • Aufhängung: In 1–2 m Höhe oder höher, sonnige Südost–Südwest-Ausrichtung, regengeschützt unter Dachvorsprung, fest verschraubt oder gebunden, Einflug frei von Zweigen und Blättern.

Bodennister und Lehmnutzer

  • Sand- oder Lehmfläche anlegen („Sandarium“): Flache, offene Stelle mit ungewaschenem Sand oder sandig-lehmigem Boden schaffen, möglichst vollsonnig, nicht bepflanzen und nicht regelmäßig betreten.

  • Pflasterfugen und Böschungen: Ein paar offene, nicht verfugte oder nur sandverfugte Fugen, kleine Böschungen oder Erdabschnitte im Garten belassen, statt überall zu versiegeln.

  • Feuchten Lehm bereithalten: Eine kleine Lehmstelle oder Schale mit lehmig-sandiger Erde anlegen; viele Wildbienen nutzen Lehm zum Verschließen der Brutzellen.

Totholz, Stängel und „Unordnung“

  • Totholz liegen lassen: Stammstücke, dicke Äste oder eine Totholzecke bieten Brutplätze für holzbewohnende Käfer, Wildbienen und Wespen.

  • Stauden über Winter stehen lassen: Markhaltige Stängel von z. B. Brombeere, Königskerze, Disteln oder Stauden (z. B. Sonnenhut) erst im späten Frühjahr schneiden; viele Arten überwintern oder nisten darin.

  • Laub- und Reisighaufen: In einer Gartenecke Laub, Rinde und Zweige aufschichten; dort finden sich Käfer, Spinnen, Schmetterlingspuppen und andere Nützlinge ein.

Steine, Mauern und spezielle Quartiere

  • Trockenmauern: Locker geschichtete Natursteinmauern mit Fugen bieten Spalten für Wildbienen, Spinnen, Käfer und Reptilien; manche Arten nutzen auch kleine Lehm- oder Mörteltaschen in den Fugen.

  • Lochziegel und Ziegelsteine: Steine mit Hohlräumen können – gegebenenfalls mit Röhrchen oder Lehm ausgefüllt – als zusätzliche Nistplätze dienen, wenn die Öffnungen passend und glatt sind.

  • Florfliegenkästen & Co.: Flache Kästen mit Heu oder Stroh und einem schmalen Einflugschlitz dienen als Winterquartier für Florfliegen und andere Nützlinge; sie sollten an geschützter, eher schattiger Stelle hängen.

Balkon und kleine Flächen

  • Kompakte Nisthilfen: Kleine Röhrenbündel in einer Dose, ein Bohrklotz oder ein Mini-Insektenhotel lassen sich gut an Balkonbrüstung oder Hauswand anbringen.

  • Blütenangebot im Topf: Ohne durchgehende Blüten von Frühling bis Herbst bringen Nisthilfen wenig; daher heimische Wildblumen, Kräuter (Thymian, Oregano, Schnittlauch, Salbei), Balkonstauden und ggf. kleine Sträucher in Kästen pflanzen.

  • Wasserstelle: Flache Schale mit Wasser und Steinen oder Murmeln als Landehilfen bereitstellen, Wasser regelmäßig erneuern.

Nahrungsquellen für Bestäuberinsekten

Platz ist in der kleinsten Hütte! Egal, ob Sie einen Garten oder ein Grundstück haben, ob Sie in einer Mietwohnung mit oder ohne Balkon wohnen - überall kann man unseren einheimischen Insekten mit wenigen Handgriffen eine attraktive Nahrungsquelle anbieten. Ein Topf mit insektenfreundlichen Pflanzen passt auf jeden Fenstersims, Vielfalt kann auf einen Balkon gepflanzt werden. Und wer ganze Gärten bepflanzen kann, wird sehr schnell eine vielfältige Besucherschar entdecken und beobachten können. Als kostenloses Planungstool für einen bestäuberfreundlichen Garten möchten wir Sie auf den Pollinator pathmaker verweisen, ein tolles KI- Kunsttool von Alexandra Daisy Ginsberg.

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl lokal ansässiger bienenfreundlicher Pflanzen  vor, die Sie als Anregung für Ihre Pflanzenkollektion benutzen können.

Um Grünland aufzuwerten oder einen Schottergarten in wertvolle Biodiversitätsfläche umzuwandeln, empfehlen wir Ihnen die von der SICONA angebotenen Wildpflanzenmischungen, die lokal erzeugt werden und komplett auf unsere heimischen Bedingungen abgestimmt sind.

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Weitere Tipps und Tricks für eine insektenfreundliche Umgebung finden Sie im kostenlosen Imkerleitfaden des Umweltministeriums.