Die Imkerei

Jahreszyklus

Januar   Februar   März   April   Mai   Juni   Juli   August   September   Oktober   November   Dezember
 

 Januar

Der Monat Januar ist an sich der ruhigste Monat für den Imker. Außer eventuellen Kontrollen der Bienenstände (z.B. nach Sturmwinden) soll der Imker die Bienen in Ruhe lassen. Es kann vorkommen, dass es im Januar schon einige außergewöhnlich warme Tage (über 12°C) geben, bei denen Bienen schon mal einen Reinigungsflug unternehmen um außerhalb der Beute abzukoten.

Jetzt ist Zeit für Arbeiten zu Hause: Leere Zargen reinigen, aus altem Wachs Kerzen herstellen usw.

De Imker nutzt die Winterzeit ebenfalls nutzen um Lehrgänge oder Vorträge zu besuchen, sowie sein Fachwissen durch Bücher oder Zeitschriften aufzufrischen.

 Februar

Das Tageslicht wird bereits deutlich länger, was die Bienen dazu veranlasst langsam mit dem Brutgeschäft wieder zu beginnen. Bei guter Witterung (über 12°C) wird kann auch schon der erste Pollen (Haselsträucher) eingeflogen werden.  Die Bienen sollen aber auch im Februar noch nicht gestört werden.

Bis Frühjahrsbeginn sollen alle vorbereitenden Arbeiten für die anstehende Saison durchgeführt sein: Fertigung oder Zukauf von neuen Beuten und Rähmchen, Reparatur und Anstrich leerer Beuten. Eventuelle Neuanschaffungen sind jetzt zu bestellen damit sie rechtzeitig geliefert werden können.

 März

Foto: Roger DamméDie gelben männliche Weidenkätzchen spenden reichlich hochwertigen Pollen, den die Bienen zur Bestäubung der grünlichen weiblichen Blüten übertragen und zur Brutaufzucht in Brutnähe einlagern.

Vor der Weidenblüte sollen jetzt die Böden gesäubert, respektiv ausgetauscht werden. 2 - 3 ältere Waben werden an den Seitenwänden entnommen und das Volk mit einem Schied  auf seine effektive Volksstärke eingeengt (7-9 Waben). Die Begrenzung des Brutnestes fördert die Entwicklung des Bienenvolkes.

 April

Die Bienen besuchen verschiedene Weidengattungen, Ahorn, Pappel, Ulme, Schwarzdorn, Vogelkirschen, Johannis- und Stachelbeeren, verschiedene Arten von Birnen und Süßkirschen und sammeln, wenn das Wetter mitspielt, fleißig Pollen und Nektar.
Zur Beginn der Kirschblüte bekommen die jetzt starken Völker den ersten Honigraum, über Absperrgitter, aufgesetzt. Dieser ist in der Regel mit schon ausgebauten, im Vorjahr geschleuderten, Waben ausgestattet.

 Mai

Die Vegetation bietet jetzt ein reichliches Angebot an nektar- und Pollenspendenden Pflanzen. Der vor 20 Jahren geschätzte goldgelbe Honig vom Löwenzahn ist schwierig rein zu ernten wegen der flächendeckenden Anpflanzung von Raps. Letzterer ist aber ein förderlicher Beitrag zur Entwicklung der Völker und ein Segen für die Imkerschaft. Nach nur 7 bis 10 Tagen kann bei günstigem Wetter  bereits eine zufrieden stellende Frühjahrsernte geschleudert werden.

 

Anlässlich der Standbesuche (Aufsetzen der Honigzargen, Ausgleichen) erhalten jene Einheiten, wo die Bienen den Futtertrog-Schied im Brutraum überlagern eine Mittelwand seitlich an das Brutnest eingesetzt. Die Erweiterung erfolgt periodisch und nach Bedarf in Abständen von acht bis 10 Tagen.

Je nach Volksstärke und Tracht (Ende April bis Mitte Mai) erhalten die Völker eine zweite Honigzarge oben aufgesetzt. Diese Zarge beinhaltet seitlich eine ausgebaute Honigraumwabe und die restlichen Waben sind ausschließlich Mittelwände.

 Juni

Nach dem Verblühen der Obstblüte und des Rapses entsteht oft Anfangs des Monats eine kurze Durststrecke für die Völker, dieses bis zum Anschluss an Waldtracht von Nadel und Laubgehölze von Linde und Phazelia. Nach Waldrodungen verbreitet sich die Himbeere.

Sofort nach der Rapsblüte muss der Blütenhonig abgeschleudert werden, ansonsten er in den Waben auskristallisiert und nicht mehr geschleudert werden kann.

Die astronomische Sommersonnenwende fällt auf den 21./22. Juni und markiert den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres auf der nördlichen Halbkugel. Nach diesem Tag, befinden sich die Natur und  die Bienenvölker in absteigender  Phase.

 Juli

Brombeere, Faulbaum, Winterlinde, Weißklee und Steinklee können bei günstigem Wetter für eine ausgezeichnete Sommerblumentracht sorgen. Seit Jahren honigt der Wald nur spärlich und die Luxemburger Imkerschaft wünscht sich erneut eine ergiebige Waldtracht, ansonsten die Kundschaft vom würzigen Geschmack dieses etwas kräftigeren Honig abkommt.

Die letzte Schleuderung erfolgt in der Regel spätestens zum 15. Juli. Nach der Abernte erhalten die Völker eine Grundfutterbasis von 5-10 Litern Sirup. Die eventuelle Ergänzung der Winterreserven auf 20 kg erfolgt im September.

Mittels Gitterböden mit Einlageplatte kann der natürliche Varroatotenfall diagnostiziert werden. Die erste Behandlung (z.B. mit Ameisensäure) erfolgt direkt anschließend um die, zu dieser Jahreszeit rasante Entwicklung der Varroa, einzudämmen.

 August

3-4 Wochen nach dem letzten Schleudern ist der Sommerhonig reif zu Abfüllen.
Wilder Wein, Schneebeere, Dahlien, Mais sind wichtige Pollenspender für die Aufzucht von langlebigen Winterbienen.

 

 September

Sonnenbraut, Herbstastern, Dahlien, aber besonders Schneebeeren sorgen an warmen Tagen für Bienenbesuch.

Infolge der Wintereinfütterung erweitern die Bienenvölker von August bis September das Brutnest. Das invertierte Winterfutter und eingetragener Pollen werden im Wintersitz abgelagert. Zunehmend stellt die Königin die Eilage ein. Bis zum Herbstanfang (23 September) sollten die Wintervorräte gänzlich angelegt sein.

Mit Ausnahme von Varroa-Bekämpfungsmaßnahmen sollten keine Eingriffe mehr in den Völkern erfolgen. Jede Verstellung von Waben führt zur Störung des Wintersitzes.

 Oktober

Die letzte Herbstastern sind am verblühen.

Das Bienenjahr neigt seinem Ende entgegen. An sonnigen Tagesabschnitten erfolgen Orientierungsflüge von Jungbienen. Die Bienen nutzen diese Momente zum Leeren der Kotblase.

Man sollte jetzt die Fluglöcher auf weniger als 8 mm einengen um den Mäusen den Zugang zu versperren. Während der kalten Jahreszeit gibt es für die Nager kaum eine bessere Unterkunft welche mit Reserven gespickt ist; zudem die Bienen im Winter weniger wachsam sind.

 November

Der November bringt nach und nach die letzten Flugtage. In den Völkern ist bereits die letzte Brut geschlüpft. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Möglichkeit eine zusätzliche Varroabehandlung durchzuführen.

Wie bereits in den Hinweisen vom Monat Januar erwähnt wurde, sollte der natürliche Varroatotenfall im Auge behalten werden. Befinden sich 6 oder mehr Milben pro Woche auf der Einlage muss eine zusätzliche Behandlung erfolgen

 Dezember

Konnte die Varroabehandlung mit Oxalsäure im November nicht durchgeführt werden, so soll dies im Dezember geschehen. Es fallen keine weiteren Arbeiten am Bienenvolk im Dezember an.